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LEONARDO DA VINCI - VON MICHAEL KUPFERMANN

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LEONARDO DA VINCI - VON MICHAEL KUPFERMANN

Meisterworte an seine Schüler

„Höre geduldig alle Meinungen über dein Bild an, wäge sie und überlege, ob diejenigen recht haben, die dich tadeln und Fehler finden. Wenn sie recht haben, verbessere die Fehler; wenn nicht, so tue so, als habest du es nicht gehört. Suche nur solchen Menschen, die wirklich Beachtung verdienen, zu beweisen, daß sie irren. Das Urteil eines Feindes ist oft gerechter und nützlicher als das Urteil eines Freundes. Der Haß sitzt im Menschen fast stets tiefer als die Liebe. Der Blick eines Hassenden ist schärfer als der Blick eines Liebenden. Der wahre Freund ist wie du selbst. Der Feind aber ist verschieden von dir, und das ist seine Stärke. Der Haß wirft Licht auf vieles, was der Liebe verborgen bleibt. Merke dir das und verachte nicht den Tadel deiner Feinde.“

„Vor allen Dingen hüte dich vor groben Umrissen. Die Ränder deiner Schatten auf einem jungen, zarten Körper sollen nicht leblos, nicht steinern sein, sondern leicht, flüchtig und durchsichtig wie Luft. Denn auch der menschliche Körper ist ja durchsichtig, wovon du dich leicht überzeugen kannst, wenn du die Finger gegen die Sonne hältst.

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DREIGLIEDERUNG DES SOZIALEN ORGANISMUS - IN KAISER KARL VON A.POLZER-HODITZ

Dreigliederung Kriegsursachen Mitteleuropa Neuordnung Rudolf Steiner sozialer Organismus

DREIGLIEDERUNG DES SOZIALEN ORGANISMUS - IN KAISER KARL VON A.POLZER-HODITZ

Es kann praktisch aussehen zu sagen, es habe heute keinen Wert, über die Ursachen des Krieges zu sprechen. Es ist aber gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen das unpraktischste, was sich nur denken läßt. Denn tatsächlich führt die Entente mit ihrer Darstellung der Kriegsursachen seit langem den Krieg. Die Situation, die sie sich geschaffen hat, verdankt sie dem Umstande, daß ihr ihre Darstellung geglaubt wird aus dem Grunde, weil ihr von Deutschland etwas Wirksames noch nicht erwidert worden ist. Während Deutschland zeigen könnte, dass es zum Kriegsausbruche nichts beigetragen hat, dass es in den Neutralitätsbruch gegenüber Belgien nur durch das Verhalten Englands getrieben worden ist, sind die offiziellen Darlegungen Deutschlands bis heute so gehalten, daß kein außerhalb Deutschlands lebender Mensch daran gehindert wird, sich das Urteil zu bilden, es habe in Deutschlands Hand gelegen, den Krieg nicht zu beginnen. Damit ist es nicht getan, daß man die Dokumente so zusammenstellt, wie es geschehen ist. Denn diese Zusammenstellung ergibt eben etwas, was von jedem angezweifelt werden kann, während die ungeschminkte Darstellung der Tatsachen in der Tat Deutschlands Unschuld ergeben müßte. 

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ATTENTAT VON SARAJEWO VON ARTHUR GRAF POLZER-HODITZ

1.Weltkrieg Attentat Ausbruch des Weltkrieges Erzherzog Franz Ferdinand Sarajewo

ATTENTAT VON SARAJEWO VON ARTHUR GRAF POLZER-HODITZ

Die Bombe fiel an den Rand des herabgelassenen Daches des Autos, glitt von da ab und explodierte vor dem nachfolgenden Wagen der Suiten. Oberstleutnant von Merizzi wurde hierbei nicht unerheblich verletzt und sogleich ins Spital geschafft. Die Herzogin von Hohenberg war durch die wegfliegende Kapsel der Bombe am Hals geritzt worden. Der Attentäter Cabrinovic wurde verfolgt und auf dem anderen Ufer der Miljacka festgenommen. Der Erzherzog-Thronfolger und seine Gemahlin setzten die Fahrt bis zu dem kaum hundert Schritte entfernten Rathaus fort. Dort angelangt, erörterte der Erzherzog mit den Herren seines Gefolges das eben glücklich überstandene Attentat und gab seiner Entrüstung darüber unverhohlen Ausdruck. 

Dann wendete er sich sehr ungnädig an Potiorek mit der Frage: „Also, was soll jetzt geschehen, sollen wir die Fahrt fortsetzen? Wird das jetzt so fortgehen mit den Bomben oder nicht?“ Potiorek erwiderte: „Kaiserliche Hoheit, meiner Überzeugung nach wird nichts mehr geschehen. Es gibt jetzt nur zwei Dinge: entweder direkt in den Konak zu fahren oder auf einem Umweg unter Vermeidung der Stadt, um die Bevölkerung zu strafen, ins Museum. Da ist übrigens der Regierungskommissär“  und Potiorek, sich an diesen wendend, stellte die Frage: „Kann die Fahrt ohne Gefahr fortgesetzt werden?“ Dr. Gerde bejahte die Frage. Darauf wendete sich Erzherzog Franz Ferdinand an Potiorek mit folgenden Worten: „Also ich will vorerst unbedingt den Oberstleutnant von Merizzi im Garnisonsspital besuchen. Von dort werden wir ins Museum fahren.“

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DAS ZWÖLFTE LEBENSJAHR VON HERMANN KOEPKE

Entwicklungsphasen Kindheit Lehrermaterial Methodik Waldorfpädagogik Zwölfte Lebensjahr

DAS ZWÖLFTE LEBENSJAHR VON HERMANN KOEPKE

Nachdem ein halbes Jahr vergangen war, traf Susanne zufällig mit der Mutter in der Stadt zusammen. „Ich wollte Ihnen schon längst etwas erzählen”, begann die Mutter. „Als Brigitta nach Ihrem ersten Besuch die ganze Nacht und auch am Morgen noch nicht zurückgekommen war, fand ich sie am Abend als ein Häuflein Elend in der Küche, nicht mehr — wie vorher — trotzig und voller Abwehr. Wir begannen zuerst nur wenig miteinander zu sprechen. Dann sagte sie: ‚Mutter, ich muß dir einen Traum erzählen.’ — Ich war sehr gespannt. Sie erzählte von einem Keller, der wie ein Schacht gewesen sei und aus dem es keinen Ausweg gegeben habe. Ich hätte da hineingeschaut und sei wieder verschwunden. Erst nach langer Zeit sei ich endlich wieder zurückgekommen und hätte ihr ein Seil hinuntergelassen, an dem sie hochklettern konnte. Das war ihr Traum in jener Nacht”, so schloß die Mutter, „als ich so sehr um die Entscheidung zwischen meinem Lebensgefährten und meiner Tochter gerungen hatte.”

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DAS SIEBTE LEBENSJAHR - HERMANN KOEPKE

Brüder Grimm das Meerhäschen Lehrermaterial Märchen Pädagogik Unterstufe Waldorfpädagogik

DAS SIEBTE LEBENSJAHR - HERMANN KOEPKE

Ein Schuh Grösse 32 kann nicht mit dem Fuss von Monika wachsen, weil er eine fertige Form hat und haben muss. Bilder aber, tief empfunden, wachsen auf dem Grunde der Seele.

Aus dem Märchen vom Meerhäschen können Seelenkräfte aufspriessen. Im späteren Leben kann uns plötzlich die Frage befallen: Gleiche ich der Prinzessin? Wir können darum ringen, diese Gestalt in uns zu erlösen, und: Wir werden uns auch vor ihr verstecken wollen. — Vielleicht werden wir im späteren Leben auf den Fuchs aufmerksam, dem wir zuerst einen Splitter aus der Pfote herausziehen müssen und der uns hernach zur Quelle im Walde führt. Und immer andere Schicksalszusammenhänge werden auf uns zu kommen und uns einengen, aber es können auch immer neue Bilder aus der Seele aufsteigen, die uns die Sicht öffnen.

Wenn das Kind ein Märchen hört, nimmt es etwas Zukünftiges auf. Oft hören wir sagen: Kinder sind die Zukunft. Leicht gesagt! Aber wie gehen wir methodisch so damit um, dass wir sie tatsächlich auch für die Zukunft unterrichten?

Wir erzählen ja das Märchen jetzt, in der Gegenwart. Nun kommt in Betracht, wie das Kind einem Märchen lauscht. Das Kind nimmt das Märchen ja nicht nur mit dem Verstande, sondern vor allem durch sein Miterleben auf: Es ist gespannt, es bangt und hofft, und es freut sich. Würde es das Märchen nur verstehen, wäre es mit der Gegenwart auch bald wieder vergangen.

Das Wunderbare, das in jedem echten Märchen vorkommt, dämpft das helle Tagesbewusstsein etwas ab und taucht das Kind dafür um so mehr in das Gefühl ein. Und in diesem Hineinträumen in die Bilder kann sich der Inhalt des Märchens wie ein Same in die Seele des Kindes versenken, um in der Zukunft wieder hervorzuspriessen, die Sicht für manches Schicksalsrätsel im Leben erhellend.

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