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WALTER JOHANNES STEIN. EINE BIOGRAFIE

Anthroposophie Dreigliederung Erkenntnistheorie Geisteswissenschaft Hellseher Menschliches Seelenleben

WALTER JOHANNES STEIN. EINE BIOGRAFIE

Während ich diesem Vortrag zuhörte, sagte ich mir: ,Dieser Mann, der Rudolf Steiner heißt, gibt wirkliche Anweisungen zur Entwicklung eines dreigegliederten hellseherischen Bewusstseins. Nun sagt er mir in seinen Büchern, daß er nichts lehre, was er nicht selbst gefunden habe. Also muß er diese Fähigkeit selbst besitzen; er muß hellsichtig sein. Falls das zutrifft, muß er auch in der Lage sein, meine Gedanken zu lesen; er wird meine jetzigen Gedanken lesen können. Ich kann ihm also Fragen stellen, einfach indem ich sie denke, und er wird sie mir im Verlauf des Vortrages beantworten können.‘ Dies tat ich nun. Ich fragte wieder und wieder, und jedesmal antwortete er.

Da ich jedoch eine kritische und wissenschaftliche Bildung genossen hatte, sagte ich mir: „Warum sollte das nicht einfach eine Illusion sein? Die Fragen, die ich stelle, ergeben sich ja auf logische Weise aus dem Inhalt seines Vortrags. Andererseits entwickelt er aber seinen Gegenstand ebenfalls in logischer Art. Er gibt mir also gar nicht Antwort, es besteht kein Anlass, den Schluß zu ziehen, er müsse sich meiner Fragen bewußt sein. Ich bilde mir bloß ein, daß dies so ist, weil ich wünsche, daß es so wäre.

Nach dem Vortrag ergab sich jedoch die Gelegenheit, aufgeschriebene Fragen abzugeben.

Ich schrieb auf ein Stück Papier:

Was kam zuerst: menschliche Sprache oder menschliche Vernunft?

Rudolf Steiner kam schließlich auch zu meiner Frage, las und beantwortete sie, doch er tat dies nicht von dem Gesichtspunkt aus, den ich im Auge gehabt hatte. Meine Frage war von einem Buch, das ich gelesen hatte, angeregt gewesen, von Lazarus Geigers Buch Ursprung und Evolution der menschlichen Sprache und Vernunft. Ich wollte wissen, auf welche Weise und in welcher gegenseitigen Beziehung sich Sprache und Vernunft in der langen Menschheitsgeschichte entwickelt hatten; er antwortete dagegen nicht vom Gesichtspunkt der Geschichte der Menschheit, sondern von demjenigen der individuellen Entwicklung des Kindes.

Ich war bitter enttäuscht; offensichtlich hatte er meine Frage nicht verstanden. Rudolf Steiner legte meinen Zettel nieder und schwieg einige Augenblicke. Dann nahm er ihn wiederum auf und sagte: ,Was ich eben gesagt habe, gilt nur von einem bestimmten Gesichtspunkt aus; es gibt auch noch einen anderen Aspekt, den der Urheber der Frage im Sinne hatte.‘ Und er ging dazu über, zu zeigen, wie sich in der Entwicklung der Menschheit Sprache und Vernunft, die eine anhand der anderen, entwickelt hatten.

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LEONARDO DA VINCI - VON MICHAEL KUPFERMANN

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LEONARDO DA VINCI - VON MICHAEL KUPFERMANN

Meisterworte an seine Schüler

„Höre geduldig alle Meinungen über dein Bild an, wäge sie und überlege, ob diejenigen recht haben, die dich tadeln und Fehler finden. Wenn sie recht haben, verbessere die Fehler; wenn nicht, so tue so, als habest du es nicht gehört. Suche nur solchen Menschen, die wirklich Beachtung verdienen, zu beweisen, daß sie irren. Das Urteil eines Feindes ist oft gerechter und nützlicher als das Urteil eines Freundes. Der Haß sitzt im Menschen fast stets tiefer als die Liebe. Der Blick eines Hassenden ist schärfer als der Blick eines Liebenden. Der wahre Freund ist wie du selbst. Der Feind aber ist verschieden von dir, und das ist seine Stärke. Der Haß wirft Licht auf vieles, was der Liebe verborgen bleibt. Merke dir das und verachte nicht den Tadel deiner Feinde.“

„Vor allen Dingen hüte dich vor groben Umrissen. Die Ränder deiner Schatten auf einem jungen, zarten Körper sollen nicht leblos, nicht steinern sein, sondern leicht, flüchtig und durchsichtig wie Luft. Denn auch der menschliche Körper ist ja durchsichtig, wovon du dich leicht überzeugen kannst, wenn du die Finger gegen die Sonne hältst.

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DREIGLIEDERUNG DES SOZIALEN ORGANISMUS - IN KAISER KARL VON A.POLZER-HODITZ

Dreigliederung Kriegsursachen Mitteleuropa Neuordnung Rudolf Steiner sozialer Organismus

DREIGLIEDERUNG DES SOZIALEN ORGANISMUS - IN KAISER KARL VON A.POLZER-HODITZ

Es kann praktisch aussehen zu sagen, es habe heute keinen Wert, über die Ursachen des Krieges zu sprechen. Es ist aber gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen das unpraktischste, was sich nur denken läßt. Denn tatsächlich führt die Entente mit ihrer Darstellung der Kriegsursachen seit langem den Krieg. Die Situation, die sie sich geschaffen hat, verdankt sie dem Umstande, daß ihr ihre Darstellung geglaubt wird aus dem Grunde, weil ihr von Deutschland etwas Wirksames noch nicht erwidert worden ist. Während Deutschland zeigen könnte, dass es zum Kriegsausbruche nichts beigetragen hat, dass es in den Neutralitätsbruch gegenüber Belgien nur durch das Verhalten Englands getrieben worden ist, sind die offiziellen Darlegungen Deutschlands bis heute so gehalten, daß kein außerhalb Deutschlands lebender Mensch daran gehindert wird, sich das Urteil zu bilden, es habe in Deutschlands Hand gelegen, den Krieg nicht zu beginnen. Damit ist es nicht getan, daß man die Dokumente so zusammenstellt, wie es geschehen ist. Denn diese Zusammenstellung ergibt eben etwas, was von jedem angezweifelt werden kann, während die ungeschminkte Darstellung der Tatsachen in der Tat Deutschlands Unschuld ergeben müßte. 

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ATTENTAT VON SARAJEWO VON ARTHUR GRAF POLZER-HODITZ

1.Weltkrieg Attentat Ausbruch des Weltkrieges Erzherzog Franz Ferdinand Sarajewo

ATTENTAT VON SARAJEWO VON ARTHUR GRAF POLZER-HODITZ

Die Bombe fiel an den Rand des herabgelassenen Daches des Autos, glitt von da ab und explodierte vor dem nachfolgenden Wagen der Suiten. Oberstleutnant von Merizzi wurde hierbei nicht unerheblich verletzt und sogleich ins Spital geschafft. Die Herzogin von Hohenberg war durch die wegfliegende Kapsel der Bombe am Hals geritzt worden. Der Attentäter Cabrinovic wurde verfolgt und auf dem anderen Ufer der Miljacka festgenommen. Der Erzherzog-Thronfolger und seine Gemahlin setzten die Fahrt bis zu dem kaum hundert Schritte entfernten Rathaus fort. Dort angelangt, erörterte der Erzherzog mit den Herren seines Gefolges das eben glücklich überstandene Attentat und gab seiner Entrüstung darüber unverhohlen Ausdruck. 

Dann wendete er sich sehr ungnädig an Potiorek mit der Frage: „Also, was soll jetzt geschehen, sollen wir die Fahrt fortsetzen? Wird das jetzt so fortgehen mit den Bomben oder nicht?“ Potiorek erwiderte: „Kaiserliche Hoheit, meiner Überzeugung nach wird nichts mehr geschehen. Es gibt jetzt nur zwei Dinge: entweder direkt in den Konak zu fahren oder auf einem Umweg unter Vermeidung der Stadt, um die Bevölkerung zu strafen, ins Museum. Da ist übrigens der Regierungskommissär“  und Potiorek, sich an diesen wendend, stellte die Frage: „Kann die Fahrt ohne Gefahr fortgesetzt werden?“ Dr. Gerde bejahte die Frage. Darauf wendete sich Erzherzog Franz Ferdinand an Potiorek mit folgenden Worten: „Also ich will vorerst unbedingt den Oberstleutnant von Merizzi im Garnisonsspital besuchen. Von dort werden wir ins Museum fahren.“

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DAS ZWÖLFTE LEBENSJAHR VON HERMANN KOEPKE

Entwicklungsphasen Kindheit Lehrermaterial Methodik Waldorfpädagogik Zwölfte Lebensjahr

DAS ZWÖLFTE LEBENSJAHR VON HERMANN KOEPKE

Nachdem ein halbes Jahr vergangen war, traf Susanne zufällig mit der Mutter in der Stadt zusammen. „Ich wollte Ihnen schon längst etwas erzählen”, begann die Mutter. „Als Brigitta nach Ihrem ersten Besuch die ganze Nacht und auch am Morgen noch nicht zurückgekommen war, fand ich sie am Abend als ein Häuflein Elend in der Küche, nicht mehr — wie vorher — trotzig und voller Abwehr. Wir begannen zuerst nur wenig miteinander zu sprechen. Dann sagte sie: ‚Mutter, ich muß dir einen Traum erzählen.’ — Ich war sehr gespannt. Sie erzählte von einem Keller, der wie ein Schacht gewesen sei und aus dem es keinen Ausweg gegeben habe. Ich hätte da hineingeschaut und sei wieder verschwunden. Erst nach langer Zeit sei ich endlich wieder zurückgekommen und hätte ihr ein Seil hinuntergelassen, an dem sie hochklettern konnte. Das war ihr Traum in jener Nacht”, so schloß die Mutter, „als ich so sehr um die Entscheidung zwischen meinem Lebensgefährten und meiner Tochter gerungen hatte.”

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